Die Weihnachtsfeiertage stehen vor der Tür. Für viele bedeutet das Lichter, Familie, spätes Frühstück, vielleicht ein zweiter Kaffee auf dem Sofa. Der Rhythmus wird langsamer, weicher. Und gleichzeitig gibt es Menschen, für die sich an diesen Tagen kaum etwas ändert. Pflegekräfte, Polizei, Rettungsdienste, Sicherheit, Industrie. Nachtdienst. Auch an Weihnachten. Auch an Feiertagen. Während draußen gefeiert wird, läuft drinnen der Betrieb weiter. Ruhig vielleicht, aber nicht weniger fordernd. Und genau dann stellt sich oft dieselbe Frage wie an jedem anderen Nachtdienst: Was esse ich eigentlich – und was tut mir gut?
Nachts essen ist keine Genussfrage. Im Nachtdienst hat Essen eine andere Bedeutung. Es geht selten um Genuss oder um bewusste Mahlzeiten. Meist geht es darum, wach zu bleiben. Durchzuhalten. Funktionieren zu können. Der Hunger fühlt sich nachts oft nicht eindeutig an. Mal ist er körperlich, mal eher eine Unruhe. Manchmal ist es schlicht Müdigkeit, die sich wie Hunger anfühlt. Das macht Essen im Nachtdienst komplizierter, als viele Ratgeber vermuten.
Warum „normale“ Ernährungstipps hier oft nicht greifen. Viele Empfehlungen gehen von einem Alltag aus, der planbar ist: feste Mahlzeiten, klare Pausen, Schlaf in der Nacht.Im Nachtdienst sieht die Realität anders aus:
- Pausen verschieben sich
- Müdigkeit kommt wellenartig
- der Körper ist nicht im „Essmodus“, sondern im Ausnahmezustand
Wer versucht, klassische Regeln eins zu eins umzusetzen, scheitert oft nicht an fehlendem Willen, sondern an der Situation selbst. Nachts braucht der Körper in der Regel keine große Mahlzeit. Aber oft etwas, das stabilisiert.
Viele kommen besser zurecht mit:
- kleinen Portionen
- eiweißreichen Lebensmitteln
- wenig stark Verarbeitetem
Nicht, um „alles richtig“ zu machen. Sondern um nicht zusätzlich müde oder unruhig zu werden. Es geht weniger darum, satt zu essen – sondern darum, nicht ins Tief zu rutschen.
Warum Süßes nachts so verlockend ist – und oft nicht hilft
Süßigkeiten sind im Nachtdienst allgegenwärtig. Sie versprechen schnelle Energie. Und kurzfristig funktioniert das auch. Das Problem zeigt sich meist später: Der Energieabfall kommt schnell, der Hunger oft gleich hinterher. Das hat nichts mit mangelnder Selbstkontrolle zu tun, sondern mit dem Zusammenspiel von Müdigkeit, Blutzucker und Stress. Viele merken mit der Zeit selbst, dass Süßes nachts eher müder macht als hilft.
Das größere Essen gehört meist nicht in die Nacht. Was wirklich satt macht, passt für viele besser außerhalb der Nacht. Vor dem Dienst. Oder nach dem Schlafen. Das entlastet die Nacht – und oft auch den Magen. Nicht als starre Regel, sondern als grobe Orientierung. Nachts leichter, tagsüber sättigender – das reicht vielen schon, um besser durchzukommen. Nicht jedes Bedürfnis nach Essen ist Hunger. Gerade nachts ist es oft Erschöpfung. Deshalb gilt: Hunger oder Müdigkeit – kurz innehalten.
Ein kurzer Moment kann helfen:
- etwas trinken
- kurz aufstehen
- zwei, drei Minuten warten
Wenn danach noch Hunger da ist, ist Essen völlig in Ordnung. Ohne schlechtes Gewissen und ohne Ausgleichsgedanken.
Keine Feiertagsregeln, keine Sonderdisziplin
Gerade an Feiertagen entsteht oft zusätzlicher Druck. „Jetzt müsste ich besonders aufpassen.“ „Jetzt sollte ich es besser machen.“ Dabei ist der Nachtdienst an Weihnachten kein anderer als an jedem anderen Tag. Der Körper braucht auch dann keine Perfektion, sondern Verlässlichkeit.